< Bericht an der Bürgerversammlung am 27. April 2001 > |
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Hans-Georg Schmidt, Bürgermeister Tel.: +49 (0) 7722/8608-0 |
Sehr geehrter Herr
Ehrenbürger, ich darf Sie zu unserer heutigen Bürgerversammlung recht herzlich
begrüßen und freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind. Wenn wir die Einwohnerzahlen unseres Dorfes von 1971 bis heute betrachten, dann können wir sagen, sie stiegen von 2.170 im Jahre 1970 auf 2.550 im Jahre 1999. Dies verfälscht allerdings, da wir durch die Zuwanderungen im Jahre 1989 von 2.420 auf 2.748, ja sogar 2.786 im Jahr 1991 angewachsen waren. Nun ging dieser Zuwachs in den letzten Jahren kontinuierlich zurück und Ende des letzten Jahres waren wir wieder bei etwa 2.500 Einwohnern angelangt. Unsere Infrastruktur ist auch für diese Gemeindegröße ausgelegt, wobei sich Gemeinderat und Verwaltung darüber einig sind, dass wir auch nicht überdimensioniert wachsen wollen. Durch die Bereitstellung von Bauplätzen, welche wir im "Sägebauer" aufgekauft, überplant, erschlossen und jetzt wieder verkauft haben, wollen wir dafür sorgen, dass vornehmlich Schönwälder Bürger die Möglichkeit haben, sich ein eigenes Haus zu erstellen. Dabei ist es seit über 20 Jahren Politik unseres Gemeinderates, den Neubau von Ferienwohnungen als Eigentumswohnung zu verhindern, da wir davon wahrlich genügend in unserem Dorf haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir dem interessierten Neubauwilligen im Wege stehen wollen, wenn er in sein Haus zur Finanzierung dieses Objektes auch eine Ferienwohnung mit einbaut, um deren Vermietung er sich aber auch persönlich kümmert. Genauso unterstützen wir jeden Gewerbetreibenden, der in Schönwald ein zu uns passendes Gewerbe erweitern, vergrößern oder gar neu ansiedeln will. Wir passen dabei allerdings stets darauf auf, dass wir unserem Hauptstandbein dem Tourismus dabei nicht schaden. Unsere vornehmlichen Investitionen, die wir in den letzten beiden Jahren durchgeführt haben, waren deshalb durch die Erschließung bzw. den Aufkauf des Baugebietes "Sägebauer" geprägt. In diesem Jahr wollen wir diese Arbeiten abschließen und so nochmals 8-10 Bauplätze für Einheimische oder regionale Interessenten zur Verfügung stellen. Wir haben versucht im Baugebiet Sägebauer schnellstmöglich einige der Bauplätze zu veräußern und hatten dabei auch Glück, dass uns im unteren Teil zur Zeit nur noch 1 ½ Bauplätze zur Verfügung stehen, die wir weitergeben können. Ich will zwar nachher die Diskussion nicht abblocken, aber weder der Gemeinderat noch ich haben beabsichtigt, dass im "Sägebauer" ein "Freilichtkino" installiert wird oder eine große "Werbewand" aufgezogen wird, aber wir konnten auch nicht verlangen, dass der Bauinteressent eines halben Doppelhauses solange hätte warten müssen, bis ein Zweiter sich gefunden hätte, der mit ihm zusammen baut. Eine ähnliche Situation hat vor 20 Jahren schon einmal im "Ortsetter" bestanden und erst durch den Neubau des Elektrogeschäftes Schwer und auf der anderen Seite eines Einfamilienreihenhauses war es möglich, den dortigen hohen Giebel zu kaschieren bzw. nachdem diese Bauten gemäß Bebauungsplan auch erstellt waren, sah man von den damaligen hohen leeren Wänden auch nichts mehr. Wir sind uns aber im Gemeinderat einstimmig einig, dass es ein zweites halbes Haus in Schönwald im Baugebiet "Sägebauer" vorläufig nicht geben wird, sondern dass ein Interessent, der eine Doppelhaushälfte bauen will, nun an dieses Doppelhaus auch anbauen muss und falls unter Ihnen Interessenten sind, die in der nächsten Zeit vorhaben, sich ein Häuschen zu bauen, dann kann ich hier öffentlich sagen, dass wir bereit sind, Ihnen diesen Doppelhausbauplatz sofort zu einem wirklich fairen Preis zu überschreiben, wenn Sie hier in Schönwald bauen wollen. Dass sich der Gemeinderat dazu entschlossen hat, sogenanntes kostengünstiges Bauen an der Stelle des Mütterheimes abzulehnen, lag nicht daran, dass wir nicht wollen, dass junge Familien günstig zu eigenem Wohnraum kommen sollen, sondern dass die gestalterischen Zustimmungen, die von uns abverlangt wurden, einfach zu viel waren und so der Gemeinderat hier in dieser wenn ich so sagen darf Billigstbauweise nicht zustimmen konnte. Wir könnten uns dies an anderer Stelle auf ebenem Gelände vorstellen, aber nicht in dieser exorbitanten Lage mitten im Kurort Schönwald, wobei dazu zusätzlich zu sagen wäre, dass alleine die Hanglage viel Geld verschlungen hätte, da ja alle Gebäude ohne Keller gebaut werden sollten und somit eine Platte geschaffen werden müsste, auf die das Haus einfach gestellt wird und was dies an Erdbewegung bzw. Verdichtungskosten mit sich bringen würde, kann sich jeder vorstellen. Diese Mehrkosten im günstigen Wohnhausbau wären dann wieder durch Einsparungen vornehmlich in der Gestaltung aufgefangen worden und ich glaube, Sie gehen mit uns einig, dass es so einfach dann auch nicht sein darf. Sicher werden wir uns bemühen, an der Stelle des Mütterheimes eine akzeptable Bebauung zu bekommen, genauso wie wir ja in der Ortsmitte entsprechende Schritte unternommen haben und mit dem Aufkauf der Firma Wehrle, und dem Abriss aller Objekte in der Ortsmitte dafür gesorgt haben, dass eine neue Planung verwirklicht werden kann. Dass dies zur Zeit nicht möglich ist liegt vor allem daran, dass zur Zeit eine Nachfrage nach Geschäften, nach Büroräumen und nach Wohnungen in der von uns vorgesehenen Art in der Ortsmitte nicht vorhanden ist und dass wir zur Zeit auch keinen Bauträger finden, der sich dieser Ortsmittebebauung annehmen will. Es war Aufgabe des Gemeinderates und des Ortes, alle Möglichkeiten zu schaffen, dass innerhalb des Ortes auf der einen Seite diese ortsbildprägende, wobei ich nicht sagen will positiv prägende Fabrik der Firma Wehrle zurück gebaut wurde, aber andererseits ist es nicht unsere Aufgabe, nun auch die Gebäude dort zu erstellen, die dann den neuen Ortsmittelpunkt bilden sollen. Wir würden uns darüber freuen, wenn sich einheimische Investoren dazu bereit finden würden, an dieser Stelle Investitionen zu tätigen, wobei wir dabei natürlich Vorgaben machen, die einzuhalten wären, um eine Gestaltung des Ortsmittelpunktes zu erreichen. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen auch die vorläufige Sanierung des Belages vor der Kirche und die Verschönerung dieses Platzes, der ja vor 10 Jahren noch mit lärmenden Maschinen tagsüber von sich reden machte, zu verschieben, da dafür bestimmt zwischen 50.000 und 100.000 DM notwendig gewesen wären. Außerdem mussten wir im letzten Jahr daran gehen, den Kindergarten bzw. das Dach am Kindergarten zu sanieren, denn wir konnten ja die Kinder dort sprichwörtlich nicht "im Regen sitzen lassen". Diese Maßnahme für über 250.000 DM wird nun mit dem Streichen der Fenster abgeschlossen und ich meine, die Mitglieder unseres Gemeinderates haben die richtigen Entscheidungen getroffen, als wir uns zu einem Satteldach entschlossen und eine Lichtkuppel eingebaut haben, so dass der Innenraum des Kindergartens auch weiterhin verhältnismäßig viel natürliches Licht abbekommt. Dies hat sich der Gemeinderat etwas kosten lassen, weil ihm die Entwicklung der Kinder unseres Dorfes als eines der obersten Prioritäten am Herzen liegt. Auch dort kann es sein, dass die verhältnismäßig teuerste Lösung doch die billigste ist, weil wir nun natürliches Licht auch weiterhin im Kindergarten haben und nicht so viel Kunstlicht für spielende Kinder zur Verfügung stellen müssen. Seit 18 Jahren meine Damen und Herren investieren wir nun in die Wasserversorgung und es sieht so aus, dass wir weiterhin unser eigenes Wasser haben können, wenn wir zur Sicherung der Entnahme von Zusatzwasser aus der fließenden Welle im Oberort einen kleinen Stausee genehmigt bekommen. Dann müsste noch unsere Aufbereitungsanlage saniert bzw. neu gebaut werden und wir hätten nach einem Investitionsvolumen von ca. 9 Millionen DM auch weiterhin eine eigene Wasserversorgung. Dabei war es notwendig, dafür zu sorgen, dass alle Auflagen, die zur Hygiene in der Wasseraufbereitung gemacht werden, auch erfüllt sind. Kompromisse sind wir dabei keine eingegangen und ich glaube, Sie geben uns Recht, dass wir für das Lebensmittel Wasser, mit dem wir Sie alle versorgen, eine solche Technik und eine solche Aufbereitung betreiben, dass Sie immer in der Gewissheit, dass sie hygienisch einwandfreies Trinkwasser geliefert bekommen, den Hahn zu Hause aufdrehen können. Und wenn nun schon bei der Wasserversorgung waren oder sind, dann ist wohl der Sprung zur Abwasserbeseitigung nahe. Dort investieren wir kontinuierlich, zuletzt in den Bau eines Sammlers in Richtung Oberort und in die Erweiterung der gemeinsamen Kläranlage mit Schonach und Triberg. Was hier auf uns zukommt, ist in den kommenden Jahren die Kanalisation in die Fläche, das heißt, sowohl der Bau eines Kanals auf die Escheck, als auch in den Weißenbach / Schwarzenbach. Ob es eines Tages möglich sein wird, auch einen Kanal in den Prisen zu bauen, wage ich zur Zeit zu bezweifeln, da wir mit den anderen Projekten einerseits sehr stark belastet sein werden und andererseits im Prisen auch der Druck durch den Tourismus oder durch gastronomische Betriebe nicht so groß ist. Dort wohnen ja auch erheblich weniger Einwohner, als bei den anderen beiden Projekten angeschlossen werden können. Solche Kanalbaumaßnahmen sind unwahrscheinlich teuer, da wir in Schönwald die Kanäle oft durch Moorböden verlegen müssen und dann spezielles Rohrmaterial zu verwenden ist. Sicher ist jedoch, dass in den nächsten Jahren sowohl die Escheck, als auch Schwarzenbach / Weißenbach zum Kanalisieren anstehen. Um unseren Landwirten zu helfen, die ja zur Zeit wahrlich keine rosigen Zeiten erleben, haben wir im letzten Jahr die Möglichkeit geschaffen, dass sie genauso wie die Triberger und die Schonacher Bauern bei uns im Prisen ihre Schlachtabfälle abgeben können. Dadurch ist gewährleistet, dass die Schönwälder Landwirtschaft auch weiterhin selbst vermarkten kann, wozu ja bekanntlich eine ordnungsgemäße Beseitigung von Schlachtabfällen notwendig ist. Unser Gemeinderat war auch nicht zurückhaltend, als es darum ging, die jetzt fast abgeschlossene Flurbereinigung durchzuführen. 350.000 DM der Gesamtkosten wurden von der Gemeinde Schönwald übernommen und es konnten so im Außenbereich doch einige Zufahrten verbessert oder gar neu gebaut werden. Als letztes wird demnächst noch über den Friedhof die Verbindung in den Weißenbach erneuert und wir haben dann ein Projekt von über 4,6 Millionen DM im Wegebau in Schönwald abgewickelt. Sicher wäre der eine oder andere Weg noch da, der gemacht werden sollte, aber nicht alles war durchsetzbar und es gab Punkte, an denen auch wir nachgeben mussten, zu Gunsten der Ökologie, obwohl wir teilweise andere Meinungen vertreten haben. Wir unterstützen auch die erschwerte Arbeit in ökologisch wertvollen Gebieten jährlich mit 7,5 % der Kosten und so werden von uns für das sogenannte Ökologieprogramm 20.000 DM aus dem Haushalt bereit gestellt. Dies soll auch sein, da wir als Allgemeinheit wollen, dass unsere Landschaft in einer bestimmten Weise bewirtschaftet wird und dass sie auch erhalten wird für künftige Generationen. Die erschwerte Arbeit für den Landwirt wird vom Land Baden-Württemberg, dem Schwarzwald-Baar-Kreis und durch uns entschädigt und so fließen jährlich etwa 135.000 DM in die Schönwälder Landwirtschaft, um unser Landschaftsbild zu erhalten. Sie sehen, meine Damen und Herren, dass der Schönwälder Gemeinderat nicht nur davon redet, dass wir unsere Landschaft so erhalten haben wollen, sondern dass wir auch bereit sind, dafür unseren finanziellen Beitrag zu leisten. Dies fällt uns nicht immer leicht, denn Sie wissen, dass Schönwald nicht zu den reichsten Gemeinden in unserer Region, sondern zu denen mit der größten Verschuldung im ganzen Land zählt. Wir haben zur Zeit 11,6 Millionen DM Schulden und dies sind etwa 4.600 DM pro Kopf der Bevölkerung. Wir können uns deshalb nicht leisten, ständig alle Straßen in einem Neubauzustand zu erhalten, sondern wenn im Winter Aufbrüche da sind, müssen wir halt flicken. 4600 DM ist nicht wenig an Schulden pro Kopf. Aber durch die Kosten für die Gewerbegebiete und das neue Baugebiet haben wir Vorleistungen bringen müssen, die sich beim Verkauf der Bauplätze wieder einspielen. Ich berichte heute Abend über viele Dinge, die in unserem Dorf gegangen sind oder gehen sollten. Ich möchte dabei aber nicht vergessen, mich einmal bei all denjenigen zu bedanken, die durch "eigenes Unternehmen" und durch das Erwirtschaften von Gewinnen, die wiederum zu Steuerzahlungen an die Gemeinde führen, dafür sorgen, dass wir uns all die Einrichtungen, die wir vorhalten, auch finanzieren können. Ich bedanke mich bei den braven Steuerzahlern, denn es gibt auch solche, die nicht gut wirtschaften und diese führen dann auch bei uns zu Mehrarbeit und zu Einnahmerückgängen. Bei dieser Gelegenheit will ich auch ansprechen, dass sich seit dem 1. Januar auch in der Verwaltung im Rathaus etwas Gravierendes geändert hat. Als ich vor 20 Jahren von Ihnen zum Bürgermeister gewählt wurde, war eines meiner Ziele, die Verwaltung wieder zu komplettieren. Zuerst bekamen wir die Richar-Dorer-Schule, unser Einwohnermeldeamt, das Passamt, und weitere Dienststellen wieder zurück und mit Wirkung vom 01. Januar 2001 wurde aus dem Gemeindeverwaltungsverband das Herzstück, nämlich das Finanzwesen wieder herausgenommen und an uns zurück gegeben. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, dass wir hier noch einmal eine Chance bekommen und das Zeitfenster, das vorhanden war, war ja auch sehr klein. Unser Gemeinderat hat sofort zugegriffen und so wird Ende Juni der Umzug meine Damen und Herren Ihre Steuerakten ins Rathaus nach Schönwald durchgeführt. Wir bauen dazu zur Zeit ein wenig um und unsere Mitarbeiter werden Anfang Juli hier in Schönwald für Sie zu erreichen sein. Der Gemeindeverwaltungsverband wird Sie in der Zukunft nur noch mit der Flächennutzungsplanung, den weiterführenden Schulen und den Sonderschulen und mit gemeinsamen Dingen, wie beispielsweise unserer Kläranlage befassen. Jede Gemeinde in unserer Region wird ihre Kernaufgaben selbst erledigen. Zu einer geordneten Verwaltung gehört heute auch ein Kommunizieren mit der Bevölkerung über das Internet. Die wichtigsten Dinge in unserem Dorf können Sie mittlerweile zumindest im touristischen Bereich über unseren Internet-Auftritt "www.schoenwald.de" erreichen. Dort ist auch ein Link zur Gemeinde Schönwald gesetzt und Sie können sich informieren, wer für was für Sie bearbeitet und wie er zu erreichen ist. In der nächsten Zeit werden wir alle Rechtsnormen unseres Dorfes dort veröffentlichen und Sie haben auch die Möglichkeit mit dem einzelnen Mitarbeiter über e-mail zu kommunizieren. Und wenn Sie nachher zuhause sind können Sie alles, was ich heute vorgetragen habe, im Internet nachlesen. Wir haben zwar für unseren Internet-Auftritt keinen Landespreis erhalten, weil wir uns auch nicht darum beworben haben, aber die freie Wirtschaft hat festgestellt, dass einer der besten Auftritte in Deutschland der von Schönwald ist. Die Zugriffe auf unsere Webcam sind phantastisch, aber wir bieten damit ja auch einen Service, den nicht jeder hat. Ich habe vorhin schon einmal die Kindergartensanierung angesprochen, möchte dabei natürlich nicht vergessen, in meinem Bericht darauf hinzuweisen, dass Schönwald seit dem Bestehen der Verpflichtung, dass 3-jährige Kinder in den Kindergarten aufgenommen werden müssen, diese Verpflichtung auch einlösen kann. Sie werden sich noch daran erinnern, meine Damen und Herren, dass hier bei einer Bürgerversammlung dem Gemeinderat und mir vorgeworfen wurde, dass wir nicht dafür sorgen, dass unsere Kinder genügend Kindergartenraum vorfinden. Dies war vor etwa 10 Jahren und ich gebe zu, dass wir in dieser Zeit einen Spitzenbedarf abdecken mussten, was sich aber nun wieder auf ein normales Maß eingependelt hat. Die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge sorgten dafür, dass verhältnismäßig viele Kinder wieder in den Kindergarten drängten und wir haben damals mit der evangelischen Kirche, der wir dafür ganz herzlich danken, einen Vertrag geschlossen und kurzfristig eine 4. Kindergartengruppe eingerichtet. Diese haben wir in den letzten Jahren auf 3 ½ Gruppen herunter gefahren und ich kann nun berichten, dass im Einvernehmen mit den Eltern, den Kindergartenmitarbeiterinnen, dem katholischen Pfarrer, der evangelischen Kirche und natürlich mit dem Gemeinderat auf 3 Gruppen zurück gefahren werden kann. Schönwald hat durchschnittlich pro Jahr 20 Kinder, die geboren werden und dies bedeutet, dass wir am Ende eines Kindergartenjahres für etwa 80 Kinder Plätze bereit stellen müssten. Wenn davon ausgegangen wird, dass nur 90 % der Eltern diese Möglichkeit auch annehmen, dann müssten wir 72 Kindergartenplätze zur Verfügung stellen. Wenn wir die Möglichkeiten in unserem Kindergarten ausreizen, dann haben wir zur Zeit 84 Kindergartenplätze und dies bedeutet, dass wir ausreichend versorgt sind. Natürlich kann dann unser Angebot an die Gemeinde Schonach nicht mehr gelten, dass wir für sie die Verpflichtung zur Vorhaltung von Kindergartenplätzen erfüllen, soweit dies eine Nachbargemeinde nicht kann. Dies war ein Angebot von uns an unsere Nachbarn, schon auch deswegen, weil ja die Gemeinde Schonach auf der anderen Seite unsere Schulkinder der Oberklassen in die Haupt- und Werkrealschule Schonach aufgenommen hat und ich glaube, diese Entscheidung war langfristig auch die einzig richtige, da so dafür gesorgt wurde, dass die Schönwälder Kinder in einem Klassenverband mit normal großen Klassen auch in Zukunft in Jahrgangsklassen unterrichtet werden können und nicht 2 oder gar 3 Jahrgänge zusammen gefasst werden müssten. Unsere Landesregierung hat in der Konsequenz der Diskussion um den § 218 systematisch Familienpolitik betrieben, in dem einerseits Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden mussten und in dem andererseits nun durch die verlässliche Grundschule dafür gesorgt werden soll, dass Familien nicht nur durch einen Broterwerb ihr Einkommen verdienen können, sondern dass durch die verlässliche Grundschule den Eltern die Möglichkeit geschaffen werden soll, auch zu bestimmten Zeiten, gemeinsam arbeiten zu gehen. Wir haben im letzten Jahr den Versuch unternommen und angeboten, dass diese verlässliche Grundschule an der Grund- und Hauptschule Schönwald durchgeführt wird. Obwohl sehr viele dafür waren, nahmen dieses Angebot nur ganz wenige an und ich darf mich bei dieser Gelegenheit beim Schönwälder Kindergarten bedanken, der sich bereit erklärt hatte, dieses eine bzw. anfänglich die beiden Kinder in der Zeit, in der die verlässliche Grundschule betrieben werden soll, aufzunehmen und für eine sinnvolle Beschäftigung zu sorgen. Wir werden auch in diesem Jahr wieder dieses Angebot machen und wenn sich herausstellt, dass eine solche Einrichtung geschaffen werden muss, dann werden wir dies auch tun. Die notwendigen Mittel hat der Gemeinderat in unserem Haushalt bereit gestellt und das Land Baden-Württemberg gibt, wenn dies notwendig ist, auch entsprechende Zuschüsse, so dass wir dies nicht aus den Steuergeldern der Gemeinde Schönwald alleinig betreiben müssten. Räumlichkeiten sind in der Schule mittlerweile genügend vorhanden, so dass wir hier keine Engpässe erleben würden. Unsere Schule ist nun schon über 35 Jahre alt und wir haben uns deshalb dazu entschlossen, diese in den Folgejahren zu sanieren. Wir gehen davon aus, dass diese Schulhaussanierung einen Kostenaufwand von 1,5 Millionen DM verursachen wird, wobei wir hoffen, aus dem Ausgleichstock für steuerschwache Gemeinden hohe Zuschüsse zu bekommen. Wenn uns diese bewilligt werden, werden wir noch in diesem Jahr mit der Sanierung des Heizsystems in der Schule beginnen und dann in den beiden Folgejahren die Fenster austauschen, ein Satteldach aufbringen und außen so isolieren, dass die Schule wieder für die nächsten Jahrzehnte wärmetechnisch verbessert ist. Ob es dabei auch für große Sprünge innerhalb des Schulgebäudes reicht, ist jetzt noch nicht abzusehen, da wir schauen müssen, wie wir mit den Kosten zurecht kommen. Unsere Kinder können auch weiterhin in die Realschule in Triberg, in das Gymnasium in Triberg und in die Förderschule in Triberg gehen, wobei zusätzlich die Möglichkeit besteht, dass die gleichen Einrichtungen in Furtwangen in Anspruch genommen werden. Die Schulbuslinien in alle Richtungen funktionieren hervorragend, so dass die Schönwälder Jugend keinerlei Nachteile durch das Leben auf dem Land hat. Wir haben sogar in unserem Dorf Einrichtungen, wie sie viele nicht vorhalten, da der Tourismus uns zwar in manchen Bereichen Geld kostet, aber andererseits auch die Möglichkeit schafft, diese Einrichtungen überhaupt zu bauen und zu betreiben. Wenn wir bedenken, dass wir eine Sporthalle und Skilifte haben, Loipen spuren, eine der modernsten Skirollerstrecken der Welt besitzen, dass unsere Kinder demnächst auf einem neuen Fußballplatz, den die Gemeinde ja immerhin auch mit 250.000 DM gefördert hat, spielen können, dass Tennisplätze vorhanden sind, dass Sie in Schönwald Golf spielen können, dass wir ein Hallenbad und ein Freibad haben, was für eine 2.500 Einwohnergemeinde beileibe nicht normal ist, dass wir unsere Uhrmacher-Ketterer-Halle haben, in der wir uns ja heute versammeln, die sich sehen lassen kann, die Städte in unserer Umgebung nicht besitzen und die neidisch nach Schönwald schauen, welches Kleinod wir uns da geschaffen haben, dann können wir schon feststellen, dass nicht alles so schlecht sein kann in unserem Dorf, wie es manche vielleicht herbei reden wollen. Und so werden wir es auch schaffen, das, was noch fehlt, nämlich eine Aussegnungshalle, die ja am Ende des Lebens nun auch dazu gehört, zu bauen und zu finanzieren. Die Modelle habe ich heute mit zu den Plänen gestellt und ich bin mir sicher, dass wir uns in den nächsten Jahren auch diesen Wunsch erfüllen können. Nach unserer 5-jährigen Finanzplanung wollen wir versuchen, nach der Schulhaussanierung und dem Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges ab dem Jahre 2004 eine neue Aussegnungshalle in Angriff zu nehmen. Vielleicht gehts schneller, aber sicher ist, dass wir so geplant haben. Schönwald ist im Tourismus mit vorn und wir haben zwar Rückgänge hinnehmen müssen, aber durch die Entscheidung der 5 Orte St. Georgen, Furtwangen, Triberg, Schonach und Schönwald künftig als Ferienland zu firmieren, haben wir nicht nur Nachteile, sondern ich meine, wir haben den Vorteil, dass Kräfte in unserer Region gebündelt werden können, zu Gunsten des Tourismus. Die Firmen der Industrieorte Furtwangen und St. Georgen werden künftig, wenn sie ihren Kunden zeigen wollen, wo sie herkommen, mit dem gemeinsamen Prospekt auch unsere Bettenangebote in ferne Länder verschicken und dort, wo vielleicht die Industrieorte mehr von uns, nämlich im Tourismus partizipieren, kommt dann über die Möglichkeiten, die durch die Industrie erschlossen werden, der eine oder andere Gast auch in unseren Ort. Schönwald hat nach dem Bundessieg 1986 und dem Landessieg 1999 wieder im Familienwettbewerb "familienfreundliche Ferienorte" eine Auszeichnung bekommen und dabei haben wieder 7 Betriebe in unserem Dorf mitgemacht. Ich möchte Sie nur animieren, hier etwas zu tun, denn familienfreundlich als Hotel oder gastronomischer Betrieb zu sein, war noch nie ein Nachteil, sondern hat bisher immer dazu beigetragen, dass es in diesen Häusern besonders gut gelaufen ist. Das Prädikat "Heilklimatischer Kurort", für das Sie in den 70-er Jahren mit großer Anstrengung gekämpft haben, wurde uns wieder für 10 Jahre anerkannt und bestätigt. Die Zusatzauszeichnung "Premium Class" innerhalb der Heilklimatischen Kurorte in Deutschland haben nur 6 Orte erhalten, und neben Garmisch Partenkirchen und Hinterzarten ist Schönwald einer dieser Kurorte. Um dies zu bleiben, wird es auch weiterhin notwendig sein, immer wieder auch in unserem Ort Investitionen zur Verbesserung oder zur Schaffung von Einrichtungen durchzuführen. Als nächstes wollen wir deshalb den Eingangsbereich des Hallenbades umgestalten und den Saunabereich im Kurmittelhaus verbessern. Es wird notwendig sein, die Skilifte und die Pistenwalzen immer wieder zu ergänzen und wir müssen darüber nachdenken, wie wir im Winter bei Kältetemperaturen aber fehlendem Schnee dafür sorgen können, dass zumindest in kleinen Bereichen Wintersport betrieben werden kann. Wenn wir wollen, dass unser Ort durch internationale Veranstaltungen und durch gute Sportler von sich reden macht, denn das, meine Damen und Herren, ist die billigste Werbung und nebenbei auch die sympathischste, dann müssen wir dafür sorgen, dass unserer Jugend die entsprechenden Sporteinrichtungen zur Verfügung stehen. Trainingsmöglichkeiten für unsere Sportler sind auch Trainingsmöglichkeiten für potentielle Gäste, und wenn ich feststelle, dass das Schnee fahren für die Großskiveranstaltungen im letzten Winter dazu geführt hat, dass 2 Nationalmannschaften in Schönwald Trainingslager durchgeführt haben und dafür ihre Hotelrechnungen bezahlt haben, dann sehen Sie, dass auch mit diesen Dingen Umsatz nach Schönwald geholt werden kann. Wir haben touristisch mit dem Ferienland auch Positionen gewinnen können, die dafür sorgen, dass wir im Deutschen Heilbäderverband, im Schwarzwald-Tourismusverband, bei den familienfreundlichen Ferienorten und bei den Jugendspielen Führungspositionen besetzen, die dafür sorgen, dass wir über Dinge Bescheid wissen, die gerade gehen. Dass wir nicht immer überall als erste die Hände strecken können ist klar, da wir auch nicht erwarten können, dass die ganze Welt nur noch nach Schönwald ruft, aber sicher ist, dass wir durch unsere hervorragenden Marktpositionen mittlerweile im Konzert der großen Orte bzw. im Konzert der Tourismusregionen mithalten können. Sporteinrichtungen, die zwar für die Gäste in weiten Bereichen erstellt werden und durch Zuschüsse aus Fremdenverkehrsmitteln finanziert werden, stehen nicht nur den Gästen, sondern vornehmlich auch unserer Jugend und unseren Einheimischen zur Verfügung. Zu den Investitionen, die von der Gemeinde vorgehalten werden, ist es aber genauso notwendig, dass sich die Privatwirtschaft, das Tourismusgewerbe, das Gewerbe Investitionen überlegt. Im Bereich Gewerbe hat der Gemeinderat ganz bestimmt seine Hausaufgaben gemacht, in dem wir das Gebiet "Bleimatt-Winterberg" und das Gebiet "Im Loch" aufgekauft haben, dafür Bebauungspläne erstellt haben und dafür gesorgt haben, dass Firmen aus Schönwald dorthin aussiedeln bzw. dort erweitern können. Für Gewerbebetriebe stehen zur Zeit 2 Bauplätze zur Verfügung, und wenn ein Gewerbetreibender einen entsprechenden Platz sucht, kann er ihn zu äußerst günstigen Konditionen bei uns erwerben. Dies haben wir uns mit Hilfe des Landes Baden-Württemberg viel Geld kosten lassen und wir werden, so bald die Firma Hock die entsprechenden Anträge stellt und zeigt, dass sie ihren Neubau beginnen will, auch dort die entsprechenden Anschlüsse an die B 500 bauen. Wir haben mit unserer Gewerbepolitik dafür gesorgt, dass in Schönwald Arbeitsplätze erhalten bzw. neu geschaffen werden können und ich freue mich darüber, dass auch mit der Firma Moser wieder eine neue Firma dazu gekommen ist, die sich sehr stark entwickelt. Schade ist dabei, dass der Kampf um Gewerbeflächen immer wieder mit vielen persönlichen Animositäten verbunden ist. Der Bürgermeister und der Gemeinderat sorgen sich nicht um Gewerbeflächen, weil sie daraus einen persönlichen Erfolg ziehen wollen, sondern weil sie dafür sorgen wollen, dass die Bevölkerung Arbeitsplätze vor Ort findet und ein Pendeln in andere Orte nicht ganz so notwendig ist. Wir haben mit eigenen Mitteln, aber auch mit vielen Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg hier Neues schaffen können. Ja es ist sogar so, dass Gewerbetreibende entsprechende Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg erhalten, wenn sie weitere Arbeitsplätze schaffen und so auch hier zwar nicht in dem Umfang wie bei der Gemeinde, aber doch mit einer 15 %-igen Förderung unterstützend und damit regulierend eingegriffen wird. Ich bedanke mich bei den Gewerbetreibenden, die in Schönwald dafür sorgen, dass doch etwas geht und dass wir noch eine Geschäftswelt haben, die sich sehen lassen kann. Wir können in Schönwald auf unsere Geschäftswelt und auf unsere Gastronomie stolz sein. Das eine oder andere Haus wird zwar geschlossen, aber es ist auf der Welt immer so, dass diejenigen, die nicht mehr können oder die nicht mehr wollen oder die einfach vom Markt her ausgesondert werden, aufgeben müssen. Aber die Fleißigen und damit die Erfolgreichen können sich auch in Schönwald durchsetzen und es gibt genügend Orte und genügend touristische Einrichtungen, die zu uns herblicken und schauen, was bei uns die Privatwirtschaft in der Lage ist, zu investieren und auf die Beine zu stellen. Wir haben uns schon daran gewöhnt, dass wir in Schönwald jeden Sonntag Brötchen holen können, obwohl dies nicht selbstverständlich ist und wir können beobachten, wie immer wieder neue Geschäfte in unserer Ortsmitte einen Versuch wagen und der eine oder andere dann auch Erfolg hat. Ich möchte jeden animieren, der Geschäftsmann oder Handwerker ist, es in Schönwald zu versuchen; an der Unterstützung durch die Kommune kann es nicht liegen, denn unser Gemeinderat unterstützt die Geschäftsleute bzw. die Gewerbetreibenden in dem Umfang, wie wir es uns leisten können. Wir gehen nicht restriktiv vor, sondern unterstützen dann, wenn dadurch für den gesamten Ort einen Vorteil zu erzielen ist. Sicher ist, dass der Einzelhandel und teilweise die Geschäftswelt etwas ausgedünnt wird. Dies liegt aber meine, Damen und Herren, nicht immer an den Gewerbetreibenden selbst, sondern vielleicht auch an unserem Verhalten. Ich darf Ihnen vielleicht ein Beispiel nennen. Als auf der Seebauernhöhe in St. Georgen, und wir wissen ja alle, um was es sich dort handelt, das dortige Lebensmittelgeschäft geschlossen hat, schrieb der Kommentator einer hiesigen Tageszeitung sinngemäß folgendes: "Wenn man jetzt am Wochenende vom Großeinkauf aus Villingen oder Bad Dürrheim zurück kommt und feststellt, dass man noch eine Kleinigkeit vergessen hat, dann fehlt einem auf der Seebauernhöhe jede Möglichkeit dies noch nachzuholen." Ende des sinngemäßen Zitats. Meine Damen und Herren, unter solchen Bedingungen kann natürlich ein Geschäftsmann auch in unserem Dorf nicht überleben. Wenn wir wollen, dass unsere Gewerbetreibenden und unsere Geschäftsleute mit einer fairen Chance Kaufmöglichkeiten für uns alle vorhalten, dann ist es notwendig, dass wir auch versuchen, unseren täglichen Bedarf in unserem Ort abzudecken. Wenn das die Mehrheit der Bevölkerung auch tut und ihr dafür als Dank auch immer gute Waren angeboten werden, dann haben unsere Händler eine Chance, ihre Geschäfte mit Rendite zu betreiben und wir kaufen gerne in Schönwald ein. Unsere Tankstelle ist nicht nur deshalb geschlossen, weil vielleicht der Eigentümer Fehler gemacht hat, sondern vielleicht auch deshalb geschlossen, weil doch der eine oder andere von uns nicht in Schönwald getankt hat. Wenn wir wollen, dass wir eine solche Einrichtung haben, müssen wir dort auch tanken, damit der notwendige Umsatz erzielt werden kann. Die Gemeinde hat ihren Teil dafür getan, denn wir hatten unsere eigene Tankstelle zugunsten der gewerblichen aufgegeben. Es kann aber nicht sein, dass in Diskussionen nicht das eigentliche Tanken, sondern die 5 Liter Benzin zum Betrieb des Rasenmähers ein Hauptargument für den Erhalt einer Tankstelle sind. Dies waren jetzt nur Beispiele, aber ich glaube, Sie merken, was ich Ihnen rüber bringen will. Wenn wir wollen, dass in Schönwald, und ich sage, es ist ganz egal, um was es sich dabei handelt, eine Einrichtung vorhanden ist, dann müssen wir diese Einrichtung, dieses Geschäft, diese Sporteinrichtung, diese Gemeinschaftseinrichtung auch nutzen. Wir müssen bereit sein, dort auch unser Geld auszugeben und so damit dafür sorgen, dass diese Einrichtung auch leben kann. Wir müssen uns engagieren, solange solche Einrichtungen noch da sind. Wenn einmal der Rollladen herunter gegangen ist, dauert es oft Jahre, bis man etwas Ähnliches wieder initiieren kann. Wir dürfen dabei nicht neidisch darauf schauen, ob jemand gut oder mehr oder weniger verdient, sondern wir müssen einsehen, dass derjenige, der fleißig ist, auch einen Lohn dafür haben muss, und wir müssen einsehen, dass bei geringeren Verkaufsmöglichkeiten manchmal vielleicht der Preis auch etwas höher ist als anderenorts. Und wir dürfen, meine Damen und Herren, dann nicht böse sein, wenn wir uns nicht so verhalten, dass dann an der einen oder anderen Stelle der Laden zugemacht wird. Ich bin froh darüber, dass wir in Schönwald noch so viele Geschäftsleute haben, und wenn ich an den Bereich der Gastronomie denke, dann ist unser Hauptproblem nicht, dass wir keine guten Gastronomen hätten; unser Hauptproblem ist, dass wir immer weniger Personen finden, die im Dienstleistungsbereich bereit sind, ihren täglichen Lebensunterhalt zu verdienen. Ist es denn ehrenrührig in der Gastronomie zu arbeiten, ist es denn ehrenrührig auf dem Minigolfplatz oder als Anbügler am Skilift sein tägliches Brot zu verdienen? Ist es denn so was schlimmes, im Dienstleistungsbereich zu Hause zu sein? Zu Dienstleistungen gehört viel, und wenn ich mich heute daran erinnere, welche Ressentiments dem Gemeinderat und meinen Mitarbeitern, aber auch mir entgegen gebracht wurden, als wir in Schönwald die Zone 30 bzw. das Tempo 30 eingeführt haben, dann wissen Sie, was ich meine. Viele aus der Bevölkerung wollen, dass vor dem eigenen Haus Ruhe und Sauberkeit herrscht, aber bei den Nachbarn wollen sie das gleiche nicht zulassen, da sie dort ihr Papier wegwerfen wollen oder mit dem Auto Vollgas geben wollen. Unsere Nachbarorte haben uns damals ausgelacht und in der Fasnet ist Schönwald dick und breit durchgenommen worden, weil wir in der Hauptstraße auch auf 30 mit der Geschwindigkeit herunter gefahren sind. Bei uns hatte der Gemeinderat die Notwendigkeit festgestellt, in anderen Orten wird nun der Gemeinderat von Bürgerinitiativen zum gleichen Verhalten gezwungen. Ich meine, unser Gemeinderat hat hier weitsichtig gehandelt und genauso weitsichtig sollten wir, meine Damen und Herren, in der Zukunft zusammentun. Ich darf Ihnen vielleicht ein paar Beispiele geben. Ohne eine Initiative und die Bereitschaft von Eltern in unserer Dorfmitte mit Hand anzulegen, hätten wir keine Sponsoren und Geldgeber gefunden, die uns geholfen hätten, unseren neuen und wunderschönen Kinderspielplatz für unsere und die Kinder unserer Gäste zur Verfügung zu stellen. Ohne die vielen freiwilligen Helfer gäbe es in Schönwald keine Sprungschanzen und ohne viele Freiwillige gäbe es in Schönwald keine Skirollerstrecke und keinen Biathlonstand. Ohne das Engagement von 50 oder manchmal 70 Personen in einer Musik- und Kurkapelle in Schönwald hätten wir keine so tolle Musik und könnten uns nicht darüber freuen, wenn sie für uns aufspielen oft begleitet von Freiwilligen des Heimatvereins. Genauso Kann der Kirchenchor nicht ohne freiwillige Sängerinnen und Sänger auskommen. Ohne freiwillige Frauen und Männer, die in der Feuerwehr, im Roten Kreuz und in anderen Hilfsorganisationen ihren Dienst tun, würden wir uns nicht sicher fühlen. Ohne aktive Helfer, ohne Freiwillige, die nicht nach Lohn und Anerkennung fragen, hätten wir keinen neuen Sportplatz, keine Tennisplätze, kein Schützenhaus und vieles mehr, und wir könnten im Juni keinen neuen Sportplatz einweihen. Es ist dazu überall notwendig, dass die Gemeinde ihre Bürger unterstützt, aber wenn die Bürger nicht so, wie es in Schönwald ist, ihre Gemeinde unterstützen, dann hat ein Gemeinwesen keine Möglichkeit, sich in der Zukunft zu entwickeln.Und deshalb meine sehr verehrten Damen und Herren, appelliere ich an Sie, schauen Sie nicht nach Ihren Nachbarn und seien Sie nicht missgünstig, wenn der eine oder andere vielleicht bei etwas, was er anfängt, mehr Erfolg hat als Sie, oder als wir alle miteinander. Wenn wir wollen, dass unser Gemeinwesen funktioniert, dann darf nicht
jeder wissen, was der andere vielleicht besser tun könnte, oder wo der oder jener einen
Fehler gemacht hat, sondern dann müssen wir uns jeder an seiner Stelle und jeder nach
seinen Möglichkeiten engagieren und versuchen, aus den vorhandenen Ressourcen, die
unzweifelhaft da sind, das Beste zu machen. Wenn unser Dorf auch in der Zukunft mit einer
Zunge spricht und jeder versucht, sich zu beteiligen, dann haben wir eine Chance. Dann
haben auch wir eine Chance, dass es uns wirtschaftlich gut geht, und dann haben wir die
Chance, dass es uns in Schönwald, in unserem Dorf, allen miteinander gefällt. Schauen Sie nicht, ob der Nachbar auch gesät hat, sondern tun Sie es! Unternehmen Sie etwas, jeder für sich und doch wiederum für alle und ich meine, so haben wir auch in der Zukunft eine Perspektive, dass unser Dorf blüht und gedeiht und lebens- und liebenswert bleibt. |
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