Jahresrückblick 2017

Liebe Schönwälder Bürgerinnen und Bürger,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

das Jahr 2017 geht dem Ende entgegen und dies bietet wieder eine gute Gelegenheit, noch einmal einen Blick auf einige besondere Themen zurück zu werfen. Auch 2017 gab es besondere Anlässe und einige wichtige und wegweisende Weichen wurden gestellt.

Nach langer Ungewissheit über die Zukunft unseres beliebten und auch für den Tourismus wichtigen Schönwälder Freibades konnte in diesem Jahr mit dem Umbau in ein Naturfreibad begonnen werden. Bereits im Frühjahr startete unser Bauhof mit umfangreichen Vorarbeiten, bevor im Sommer dann die Fachfirma mit dem Becken-, Filter- und Leitungsbau begann. Dank der enormen Eigenleistungen durch unser Bauhofteam wird die Finanzierung dieser Umbaumaßnahme erheblich erleichtert.

Ein Baustart erst nach der diesjährigen Badesaison kam daher nicht in Frage. Aus diesem Grund - auch vor dem Ziel einer pünktlichen Neueröffnung zur nächsten Badesaison - war es wichtig, so früh wie möglich mit dem Bau zu beginnen, auch wenn dies bedeutete, dass das Bad in diesem Jahr geschlossen bleiben musste. In Anbetracht einer nun für die Zukunft gesicherten Infrastruktur, denke ich, war dies jedoch verschmerzbar.

Für die Wintersportler unter den Einheimischen und Gästen war die Nachricht über die Schließung des „Sport Faller“ nach der letzten Saison bedauerlich. Für unsere Tourismusgemeinde wäre ein fehlender Verleih ein großer Verlust. Glücklicherweise wurde mit der Firma „Sport Weiß“ ein in der Region renommierter Händler gefunden, der zur anstehenden Wintersaison in der ehemaligen Liegehalle des Freibades einen Ski-Verleih- und Testcenter eröffnet. Der Standort im Freibad direkt neben dem Skilift ist hierzu sehr gut geeignet.

Mit dem Umbau des Gebäudes durch die Gemeinde und der Verpachtung der Räumlichkeiten wird die Attraktivität unseres Dobel-Liftes gesichert.

Aufgewertet wurde 2017 auch die brach liegende Tennisanlage hinter dem Fußballplatz. In kürzester Zeit wurde das Tennisgelände durch die sehr engagierte Pächterfamilie in einen Wohnmobil- und Campingplatz umgebaut. Der neue Platz befindet sich zwar erst noch im Aufbau, hat sich jedoch schon einen guten Namen erarbeitet. Allein die diesjährigen Übernachtungszahlen belegen den Trend einer enormen Nachfrage im Camping-Segment und lassen uns erahnen, wie viel Potenzial hier noch steckt. Eine Herstellung und Betreuung einer solchen Anlage durch die Gemeinde selbst wäre finanziell und personell nicht zu stemmen. Von dem her kann man es als Glücksfall bezeichnen, wenn sich der Platz etabliert und noch deutlich ausgeweitet wird.

Weiter ausgebaut werden konnte in diesem Jahr das Schönwälder Wandernetz. Pünktlich zu Beginn der Wandersaison öffnete der von der Tourist-Information entwickelte „Heilklimasteig“ mit attraktiven Elementen wie einer Schaukel und vielen Himmelsliegen. Die von Beginn an hohe Besucherfrequenz auf Schönwalds erstem Premiumwanderweg zeigt, wie aktuell und bedeutend das Thema Wandern nach wie vor ist und dass hier vermehrt der Qualität eine hohe Bedeutung zukommt.

Eine ganz wesentliche Rolle für unseren Kurort spielt jedoch auch eine gesicherte gesundheitliche Versorgung. Nach weit über 30 Jahren schloss nun leider die Arztpraxis von Dr. Jung ihre Pforten und mit ihr wurde auch der Schlüssel der hiesigen Apotheke von Frau Löffler herumgedreht. Dies ist zweifellos ein herber Verlust. Wir haben der noch bestehenden Ärzteschaft aus Schönwald und Umgebung zu danken, dass bislang unsere Patienten aufgefangen werden konnten.

Wir hoffen, dass wir mittelfristig die Schließung der Praxis wieder auffangen können und dann auch wieder eine Chance auf eine Apotheke besteht. Es freut mich, dass wir mit der Schwarzwald-Apotheke in Schonach zumindest eine „kleine Lösung“ gefunden haben, indem Rezepte in den am Hallenbad aufgehängten Rezeptbriefkasten eingeworfen werden und die dann auch direkt nach Hause geliefert werden können.

Weitergekommen sind wir, was die „Ortsmitte“ angeht. Nach sehr intensivem Ideenfindungs- und Beteiligungsprozess machte der Gemeinderat mit der Verabschiedung entsprechender Pläne den Weg frei für einen neuen Platz zwischen der Kirche und dem ehemaligen Hotel „Falken“. Lange genug lag die Fläche seit Abriss der Wehrle-Fabrik brach. Wegkommen von der reinen, als Übergangslösung genutzten Parkfläche, hin zu einem schönen Platz mit Aufenthaltsqualität, ist unser Ziel.

Um den Wegfall der Parkplätze zu kompensieren, soll, wenn die Gemeinde die entsprechenden Fördermittel erhält, in weiteren Schritten das Potenzial des derzeit untergenutzten Tiefgaragendeckes besser ausgeschöpft werden. Dies ist möglich, indem es aufgewertet und besser angebunden wird. Die zwar etwas größere Entfernung, aber dennoch weiterhin kurze Distanz ist im Vergleich zum „Status quo“, denke ich, zumutbar.

Dass das ehemalige Hotel „Falken“ in diesem Jahr einen neuen Eigentümer fand ist, was die Sanierung der Ortsmitte angeht, sehr erfreulich. Zur Sicherung der Zukunft des an prominenter Stelle befindlichen Gebäudes wurde von der Gemeinde ein Teil des ehemaligen Wehrle-Fabrik-Grundstückes an den neuen Eigentümer veräußert. Somit besteht hierfür nun ausreichend Entwicklungs-möglichkeit, was für den neuen Platz von zentraler Bedeutung ist.

Bereits optisch Gestalt nimmt das geplante Seniorenzentrum „Belle Flair“ an. Nach langem Vorbereitungs- und Genehmigungsprocedere ging der Abriss der ehemaligen Mutter-Kind-Klinik in der Anton-Bruckner-Straße rasch über die Bühne und der Rohbau ist bereits in vollem Gange. Zwar benötigt der Bau noch etwas Zeit, jedoch beschäftigte sich der Gemeinderat bereits mit dem künftigen Betrieb. Er beschloss, dass sich die Gemeinde in der Anlaufphase finanziell an einem eventuellen Defizit bei den Bereichen Pflege und Tagespflege beteiligt und zeigt damit, wie wichtig ihm dieses Projekt ist. Die Gemeinde kann sehr froh darüber sein, dass sich externe Investoren und professionelle Betreiber gefunden haben. Als Gemeinde ein solches Projekt zu stemmen wäre auch aufgrund fehlenden „Know-Hows“ in diesem Bereich deutlich riskanter.

Finanzielle Starthilfe – in diesem Fall aus dem „Bürgertopf“, einem Budget zur Förderung von Bürgerprojekten - gab der Gemeinderat auch dem neu gegründeten Verein „Sozialer und kultureller Treffpunkt Schönwald e.V.“. Vereinsgründungen sind in heutiger Zeit nicht an der
Tagesordnung. Es ist daher sehr erfreulich und ein Gewinn für alle, dass sich Leute gefunden haben, die die eigentlich schon länger bestehende Idee der Ortsentwicklungsgruppe nun in die Realität umsetzten. Mit dem Treffpunkt bringt der Verein neues Leben ins „Eschle“ und bereichert mit seinen Angeboten unser Dorf.

Schon etwas länger als den „Sozialen und kulturellen Treffpunkt“ gibt es den Turnverein, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feierte. Daneben engagiert sich der Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bereits seit 50 Jahren politisch in unserem Dorf, was entsprechend gewürdigt wurde.

Zudem hatte auch unsere Richard-Dorer-Grundschule einen Anlass zum Feiern. Seit fünf Jahrzehnten lernen am jetzigen Ort unsere Schönwälder Kinder für das Leben.

Weiterhin gab es einige Neueröffnungen zu feiern. Ob Café „Princess“, „Rosalia“, „Belle RoseForêt“ und „Mein Kleiner Wald“, solche neuen Angebote tun gut und werten die Hauptstraße und unser Dorf enorm auf.

Weniger sichtbar, jedoch existenziell sehr bedeutsam ist das Thema Trinkwasser. Die den interkommunalen Wasserverbund betreffenden Arbeiten am Übergabebehälter auf der Katharinenhöhe sind vorangeschritten. Nach einem positiven Förderbescheid konnten nun weitere Arbeiten vergeben werden. Genauer geht es um den Abschnitt vom „Furtwänglehof“ über die Weißenbacher Höhe zum „Korallenschacht“ als Anbindung an das Schonacher Wassernetz.

Im Frühjahr wird mit der Verlegung der Wasserleitung begonnen. Wir hoffen nun auf eine weitere Bewilligung für die Bereiche Weißenbach, Schwarzenbach und Fuchsbach, um den angestrebten Verbund zu komplettieren.

Bei diesen Maßnahmen sollen natürlich auch Vorbereitungen für eine künftige Breitbandversorgung getroffen werden. Überhaupt wird dies in den kommenden Jahren eine enorme Herausforderung werden, wenn nach und nach der gesamte Ort erschlossen werden soll, vor allem in finanzieller Hinsicht. Solch enorme Investitionen sind nur unter Zuhilfenahme von Fremdkapital möglich, sie sind jedoch eine Investition in die Zukunft und unerlässlich für das gesamte Dorf.

Steigend ist nicht nur die Nachfrage nach schnellem Internet, sondern auch nach Kinderbetreuungsplätzen. Da wir dort an der Kapazitätsgrenze angekommen sind, wird derzeit eine Erweiterung von Plätzen für unter 3-Jährige sowie für über 3-Jährige in die Wege geleitet. Dazu ist jedoch nicht geplant, am Kindergarten anzubauen, sondern einen Teil der benachbarten Schulräume umzunutzen, da hier noch räumliche Kapazitäten bestehen. Diese ergeben sich daraus, dass unsere Schule schon länger keine Hauptschule mehr hat, sondern nur noch Grundschulstandort ist. Da neben der Zahl an Plätzen auch der Bedarf an verlängerten Betreuungszeiten in unserem Kindergarten zunimmt, wird seit diesem Jahr auch eine Nachmittagsbetreuung zumindest an zwei Wochentagen bis 17:00 Uhr angeboten. Auch dies stellt einen weiteren Schritt in Sachen Familienfreundlichkeit dar, den der Gemeinderat auf den Weg gebracht hat.

Da Familien auch nach Bauplätzen suchen und Schönwald hier an seine Grenzen stößt, laufen derzeit die Planungen für ein attraktives Neubaugebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schule und Kindergarten.

Der Gemeinderat entschied 2017 die dortigen Grundstücke zu erwerben und möchte nun im nächsten Jahr die planerischen und technischen Voraussetzungen zur Erschließung des Gebietes schaffen.

Sehr wichtig für Familien ist jedoch auch, dass in Schönwald und Umgebung ausreichend und sichere Arbeitsplätze vorhanden sind. Die Meldung in der Zeitung „Über 80 Arbeitsplätze bleiben erhalten“ war für die Beschäftigten der Firma Hock GmbH und die Gemeinde eine sehr frohe Botschaft. Nach langer Ungewissheit während des Insolvenzverfahrens wurde nun mit der „Burger Group“ ein in der Region bekannter und renommierter Käufer gefunden. Bereits mit Beginn des nächsten Jahres geht unser größter Betrieb auf das Schonacher Familienunternehmen mit Tradition über. Diese Lösung lässt uns sehr positiv in die Zukunft blicken und ist sicher für viele Beschäftigte ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sehen, alles in Allem war auch das ablaufende Jahr ereignisreich und so Manches wurde wieder auf den Weg gebracht.

Der Erfolg hat bekanntlich viele Mütter und Väter. Daher gilt mein herzlicher Dank zum Einen den Damen und Herren des Gemeinderates und zum Anderen auch unseren Beschäftigten der Gemeinde und der gemeindenahen Einrichtungen für das erneut erfolgreiche Miteinander und die gute Zusammenarbeit zum Wohle unseres Dorfes.

Danke sagen möchte ich bei dieser Gelegenheit natürlich auch den unzähligen Menschen, Unternehmern, Gruppierungen und Vereinen, die sich präsent oder eher im Stillen für unser Schönwald betätigen, engagieren und einbringen, um es attraktiv zu halten und weiter voranzubringen.

Alle zusammen haben einen wesentlichen Anteil daran, dass unser Dorf ein toller Fleck zum Leben, Wohnen, Arbeiten und Urlaub verbringen ist.

Lassen Sie uns alle auch im kommenden Jahr gemeinsam und Hand in Hand für eine weitere positive Entwicklung Schönwalds arbeiten.

Bis dahin wünsche ich Ihnen allen, liebe Schönwälderinnen und Schönwälder, sowie den Menschen aus unseren befreundeten Städten, dass Sie ein paar ruhige, erholsame Tage und Stunden mit Ihren Familien verbringen können. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen noch eine schöne Adventszeit sowie ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest und kommen Sie gut und gesund ins Neue Jahr 2018.

Ihr
Christian Wörpel
Bürgermeister


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